00:00:00: Ahoy und willkommen bei Jazz läuft, eurem Heimatharfen für Jazz und improvisierte Musik aus der Schweiz.
00:00:20: Nur hier und exklusiv im Jazz-Podcast!
00:00:34: Röhrtsis Servus und hallo zu Jazz läuft im Mai zwanzig sechsundzwanzig.
00:00:41: Mein Name ist Christian Müller und gemeinsam lauschen wir in den kommenden Minuten Neuerscheinungen auf dem Schweizer Jazz- und Improvisationsmarkt.
00:00:51: Und wie immer gilt, was euch gefällt das könnt ihr jederzeit legal erwerben im Plattenladen auf Bandcamp unnatürlich live nach den Konzerten!
00:01:03: In dieser Ausgabe widmen wir uns drei ganz besonderen Tonträgern.
00:01:08: Legt bekanntes und übliches zur Seite vergesst gewohnte Akkordfolgen und regelmäßige Grundschläge, öffnet euch den unbekannten Zeitumklang verläufen.
00:01:20: Und öffnet euch ein leckeres Getränk dazu!
00:01:24: Mit diesem hängt ihr euch in bequemer Position in eine vorhandene Sitzgelegenheit und lauscht.
00:01:35: Den Reigen eröffnen zwei Pianistinnen an zwei Flügeln mit einer Komposition, die die Zeit neu erfindet.
00:01:46: John Cage begann in nineteen eighty-seven seine Werke nach der Anzahl beteiligter Musikerinnen zu benennen.
00:01:54: so entstand die Reihe der Number Pieces.
00:01:58: das Klavier Duo Two ist eines der außergewöhnlichsten Stücke dieser Reihe.
00:02:04: Cage verzichtet darin komplett auf eine äußere Taktgebung und strukturierte das Stück gemäß einer besonderen japanischen Gedicht.
00:02:14: vorn.
00:02:15: Judith Wegmann und Marlis Debacker sind langjährige Partnerinnen in improvisierter wie komponierter Musik, und lassen hier ihre Instrumente zu einem einzigen Klangkörper verschmelzen.
00:02:30: Die Aufnahme entstand live im Kunsthaus in Zug und erschien unter dem Titel John Cage II, Ninzeneunachtzig vor Two Pianos am siebenundzwanzigsten März bei Hot Hood Records.
00:02:45: Hier ein rund zwei-minütiger Ausschnitt.
00:02:49: das ganze Werk dauert etwas über eine Stunde.
00:09:56: Gitarre und Cello, Elektronik und Stille Provisation und Komposition unter Zwischen ein Strich, der sich seinen Weg sucht.
00:10:06: Eben gehört mit dem Titel Bleistift Dreizehn – dem letzten Stück auf dem Album Gekritzel von Luigi Archetti & Boviget, welches am zwanzigsten Mai bei Unit Records erscheint.
00:10:22: Passend dazu das Album-Cover viel Weißraum und eine Bleistiftslinie die den Raum einfängt!
00:10:29: Die beiden Musiker arbeiten bereits über dreißig Jahre zusammen und seit neunzehnneunneunzig auch als Duo.
00:10:38: In dieser Zeit haben sie ihre ganz eigene Klangsprache entwickelt, die zwischen zeitgenössischer neue Musik, elektronischer Musik und experimentellem Pop mehr andert!
00:10:51: Ihre Instrumente dienen dabei oft als Ausgangsmaterial für elektronische Manipulationen, die sich wieder mit dem Analogen verweben.
00:11:02: Neben Gitarre und Cello kommen auch Toy Piano, Stimme, Blockflöte oder der E-Bass zum Einsatz.
00:11:10: Zum Abschluss dieser Ausgabe begegnen wir in einem längeren Stück der Kombination von zwei faszinierenden Klangwelten.
00:11:20: Zum einen ist dies der präparierte Flügel gespielt von Meret Simna.
00:11:25: Der Flügel wird dabei mit unterschiedlichen Gegenständen auf oder zwischen den Seiten bestückt, was dem Spiel und dem Sound unzählige Wege eröffnet.
00:11:37: Pascal Sonntag spielt die Buchler- oder Buckler Electronic Music Box – einen frühen Analogen Synthesizer!
00:11:46: Die beiden arbeiten mit genau diesem Spannungsfeld zwischen Akustik und Elektronik, zwischen manuell gespielt und wiederholten Mustern zwischen menschlicher Intuition- und elektronischen Zufallswerten.
00:12:03: Das Album Tensions One and Two umfasst zwei mal zwanzig Minuten improvisierter Musik experimentell meditativ und physisch zugleich, erschienen im April bei Wide Ear Records.
00:12:20: Hier hören wir uns jetzt das zweite Stück an Tensions Two.